Bautzen, Bischofswerda, Görlitz, Kamenz, Löbau, Niesky, Vermischtes, Zittau
Bau der Leitstelle beginnt im März
von Uwe Menschner – 10.10.2009Die Integrierte Rettungsleitstelle (IRLS) für die Landkreise Bautzen und Görlitz in Hoyerswerda soll spätestens im September 2011 vollständig in Betrieb gehen. Dies erklärte Geert Runge, für das Rettungswesen zuständiger Dezernent des Landratsamtes Bautzen und Leiter des gemeinsamen Lenkungsausschusses für die Errichtung der IRLS, vor wenigen Tagen.
Region. „Von den fünf integrierten Leitstellen, die die bisherigen 20 Leitstellen im Freistaat Sachsen ersetzen sollen, ist unsere in der Planung am weitesten“, so Runge. Bereits im Oktober 2009 sollen die ersten Bauleistungen ausgeschrieben werden, der Baubeginn ist für Anfang März 2010 geplant. Die bauliche Fertigstellung des Objektes, das außer der IRLS eine neue Rettungswache für die Stadt Hoyerswerda sowie Beobachtungsplätze für die Waldbrandüberwachung in beiden Landkreisen enthalten soll, ist für Dezember 2010 geplant.
„Bereits im Februar 2011 geht die Waldbrandüberwachung in Betrieb“, so Volker Sanderhoff, Sachgebietsleiter für den Rettungsdienst im Landkreis Bautzen und Projektleiter für den Bau der IRLS. Noch im ersten Quartal 2011 folgt die Rettungswache mit zehn Stellplätzen für die Einsatzfahrzeuge. Parallel dazu erfolgen die Installation der Leitstellentechnik sowie die Schulung der Mitarbeiter an der Landesfeuerwehrschule Nardt, die sich vorrangig aus Disponenten der bisherigen Leitstellen in Weißwasser, Hoyerswerda, Bautzen, Görlitz und Löbau rekrutieren. „Die neue Leitstelle entspricht einer komplett neuen Technikgeneration“, erläutert Volker Sanderhoff.

So soll die Integrierte Rettungsleitstelle für die Landkreise Bautzen und Görlitz, die bis 2011 in Hoyerswerda entsteht, aussehen. Bild: Bauplanung Dr. Heidan
Außerdem müsse jeder Disponent über die Qualifikation als Gruppenführer der Feuerwehr verfügen, was bis jetzt noch nicht in jedem Fall gegeben sei. Von Mitte Mai bis spätestens Ende August 2011 erfolgt die schrittweise „Migration“ der einzelnen Leitstellen, die für einen gewissen Zeitraum noch parallel zur neuen IRLS in Betrieb bleiben. „Die eigentliche Umstellung dauert nur eine Stunde“, erklärt Volker Sanderhoff. „Dazu muss die Telekom lediglich einige Leitungen umschalten.“
Nicht alle der bislang 63 in den Leitstellen Beschäftigten können in die neue Leitstelle übernommen werden. „Dennoch kommen wir ohne erzwungene Arbeitsplatzverluste aus“, betont Geert Runge. Ein Teil der Disponenten scheidet aus Altersgründen aus oder hat sich selbst gegen den Wechsel nach Hoyerswerda ausgesprochen. Die IRLS bietet Arbeit für 53 „Vollzeitäquivalente“, davon 41 Disponenten. In einer Übergangszeit wird es auch Doppelbesetzungen geben, um die erforderlichen Qualifizierungen gewährleisten zu können.
Die Gesamtkosten für den Neubau, der in unmittelbarer Nachbarschaft der Hoyerswerdaer Feuerwache an der Lieselotte-Herrmann-Straße entsteht, liegen bei 14 Millionen Euro. Davon entfallen 9,45 Millionen Euro auf die Leitstelle selbst, 4,3 Millionen Euro auf die Rettungswache und 250 000 Euro auf die Waldbrandüberwachung. Den Löwenanteil mit neun Millionen Euro (darunter die gesamten Kosten für die Rettungswache) übernehmen die Krankenkassen und die kassenärztliche Vereinigung, 3,2 Millionen Euro gibt der Freistaat Sachsen hinzu, 1,8 Millionen Euro tragen die Landkreise Bautzen und Görlitz (jeweils zur Hälfte) selbst.

Bildergalerien
Videos
Downloads


