Vermischtes, Zittau
Feurige Mexikanerin an der Hochschule Zittau/Görlitz
von Steffen Linke – 14.11.2009Die Hochschule Zittau/Görlitz ist international: Berence Ochoa Nogales aus Mexiko arbeitet derzeit an der Einrichtung an einer Studie über nachhaltige Kommunen.
Zittau. Im September kam die 24-Jährige von der Universität Sonora im Rahmen eines Studentenaustausches nach Zittau. Zwischen beiden Städten liegen etwa 15 bis 20 Flugstunden und circa acht Stunden Zeitunterschied. Vom heißen Mexiko ging es damit für die junge Frau ins kühle Deutschland. Berence hatte anfangs schon Probleme mit der Klimaumstellung: „Bei uns in Mexiko klingt der Sommer mit circa 25 bis 30 Grad aus“, sagt sie. Im Mai bzw. Juni könnten die Temperaturen sogar auf 30 bis 40 Grad steigen. „Hier bin ich in eine kühle Jahreszeit hineingekommen, habe ganz schön gefroren. Ich ziehe deshalb viele Pullover an“, sagt sie.

Berence Ochoa Nogales aus Mexiko ist für ein Vierteljahr im Rahmen eines Studentenaustauschs an der Hochschule Zittau/Görlitz tätig.
Im Haus 3 arbeitet Berence in einem Zimmer an ihrem Laptop: „Ich vergleiche die Situation bei besagter Studie zwischen Mexiko und Deutschland, führe dazu entsprechende Recherchen durch.“ Der Klimaschutz und der demographische Wandel würden dabei eine wichtige Rolle spielen. Mexiko habe zum Beispiel viel mehr junge Menschen. „Ich nehme auch an einigen Lehrveranstaltungen in englischer Sprache teil und nutze die Möglichkeiten, die das Sportzentrum bietet“, sagt sie. Mit der Stadt im Dreiländereck hat sich Berence bereits angefreundet. „Im Verhältnis zu mexikanischen Städten ist Zittau eher klein, aber sehr hübsch und schön.“ Die Menschen seien freundlich, warmherzig und gastfreundlich.
„Zuvor hatten mir schon Studenten, die vor mir hier waren, viel über Zittau erzählt – über das Wetter, die Stadt, das Essen und die Hochschule“, sagt sie. Die junge Frau selbst lebt in der Villa auf dem Klieneberger Platz, Löbauer Straße in einer Wohngemeinschaft mit gemeinschaftlicher Küche und Sanitäreinrichtung sowie einem eigens abgeschlossenen Wohnbereich mit circa 15 Quadratmetern. Schlicht und nett eingerichtet. Im Gebäude befinden sich mehrere Badezimmer und Duschen. „Wenn eins belegt ist, nehme ich das andere oder muss mich etwas gedulden“, sagt sie. Die junge Mexikanerin bringt sich in alle Aufgaben der Wohngemeinschaft ein, trennt auch strikt den Müll: „Hin und wieder kochen wir gemeinsam. Ich bevorzuge das etwas schärfere und gewürztere mexikanische Essen.“ Das deutsche Brot sei aber besser als in ihrer Heimat. Die Genießerin schwärmt auch für die Süßspeisen hierzulande.
Die deutsche Sprache ist ihrer Meinung nach sehr schwer. „Meistens kommuniziere ich in Englisch. Ich habe hin und wieder mal Schwierigkeiten, mich zu verständigen. Im Großen und Ganzen komme ich aber zurecht.“ Ein paar Brocken sind ihr zumindest geläufig: „Hallo“, „Wie geht es dir?“, und „Tschüss“. „Viel mehr werde ich vermutlich nicht lernen“, sagt sie. Am meisten vermisst Berence ihre „Mama“. „Ich stehe mit ihr über Telefon und Bildtelefon in Kontakt. Ich erzähle ihr, was ich hier so treibe, wenn ich zum Beispiel ins Theater gehe. Umgekehrt erfahre ich, was bei mir zu Hause gerade los ist. Ich bin also immer auf dem neuesten Stand“, verrät sie.
Im Dezember kehrt Berence wieder in ihre Heimat Mexiko zurück: „Ich beende dort mein Studium zum ,Industriellen Ingenieur’. Ich möchte dann noch ein Master draufsetzen und mir eine Arbeit suchen. Wenn es eine Gelegenheit geben sollte, würde ich auch nach Deutschland zurückkommen.“ Berence kümmert sich erst einmal um ihre berufliche Karriere: „Später könnte ich mir mal vorstellen, ein, zwei Kinder zu haben.“ Sie selbst hat fünf Geschwister. Berence erwartet in ihrer Heimat im Dezember jedenfalls gleich einen „Hitzeschock.“

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