Görlitz, Kamenz, Vermischtes
Via Regia nimmt mehr und mehr Gestalt an
von Uwe Menschner – 21.11.2009Das Projekt „Via Regia – Kulturstraße des Europarates“ nimmt konkrete Gestalt an. „Unter dem Leitmotiv Bewegung, Begegnung, Besinnung“ befinden sich derzeit mehrere Schlüsselprojekte in der Vorbereitung“, erklärt die Vorsitzende des Via Regia Begegnungsraum Landesverband Sachsen e.V., Martina Brandt.
Kamenz/Görlitz. So erarbeiten gegenwärtig Studenten der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Dresden eine Print- und Internetpräsentation der Straße, die sich, dem Verlauf der alten Königsstraße folgend, von Leipzig über Grimma, Großenhain, Königsbrück und Kamenz bis nach Görlitz (und darüberhinaus über Polen in die Ukraine) erstreckt. In Vorbereitung befinden sich touristische Stadtpläne der Städte Königsbrück und Görlitz, weitere sollen folgen. In diesen beiden Orten befinden sich auch die neu eingerichteten Regionalstellen des Begegnungsraum Via Regia e.V.
In den Städten und Gemeinden des ostsächsischen Abschnittes sind – noch in unterschiedlicher Intensität – vielfältige Initiativen im Gange. Eine „Vorreiterrolle“ spielen dabei laut Martina Brandt die Städte Königsbrück und Reichenbach, in denen schon konkrete Projekte verwirklicht wurden oder sich in der Umsetzung befinden. So hat in Königsbrück das Via Regia-Informationszentrum mit dem Architekturpark bereits Gestalt angenommen. Unter Federführung des Heimatverein Königsbrück e.V. entstehen hier Modelle von Bauwerken entlang der Königsstraße, wie des Alten Rathauses Leipzig, des Waidhauses Görlitz, des Kamenzer Rathauses und des Bautzener Reichenturmes. Noch in diesem Jahr sollen die Alte Universität Mainz und das Schloss Krobnitz fertiggestellt werden.
In Reichenbach befindet sich das Nollau-Haus im Ausbau, das an den gebürtigen Reichenbacher Ludwig Eduard Nollau erinnern soll, der in Amerika die Unierte Kirche gründete. „Dieses Haus eignet sich als Ort der Begegnung mit Amerika und weist damit auf eines der Anliegen der Via Regia hin – Begegnungen zwischen Völkern und Kulturen zu ermöglichen“, erklärt Martina Brandt. Künstlerische Wegmarken will der Landesverband Künstlerhäuser Sachsen e.V. mit seinem Projekt „Via Regia Sculptura“ setzen, in dessen Rahmen Kunstwerke die Via Regia säumen sollen. In Vorbereitung befindet sich auch eine einheitliche Ausschilderung der Via Regia, mit deren Konzeption und Gestaltung das Görlitzer Planungsbüro Gottfried Semmling beauftragt wurde.
„Wir haben in Reichenbach bereits eine Probeausschilderung vorgenommen“, erklärt er. Mit den in weißer Schrift auf rotem Untergrund gestalteten Schildern sollen neben den Ortseingängen auch kulturelle Einrichtungen und historische Bauwerke versehen werden. „Wir haben uns für eine eher moderne, vorwärts gewandte Beschriftung entschieden“, betont Semmling und verweist zum Vergleich auf die in Thüringen gebräuchliche historisierende Gestaltung. Ihre Beteiligung an dem einheitlichen Leitsystem haben bereits die Städte bzw. Gemeinden Königsbrück, Neukirch (bei Kamenz), Kamenz, Panschwitz-Kuckau, Weißenberg, Reichenbach und Markersdorf verbindlich zugesagt. Von den größeren Städten Bautzen und Görlitz hingegen fehlt diese Zusage noch. „Das ist symptomatisch für die gesamte Route: Je größer die Stadt, desto schwieriger ist es, ins Geschäft zu kommen“, so Semmling.



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