Kultur, Zittau

Wichtige Kulturgüter vor Verfall gerettet

von Steffen Linke – 4.02.2010

Die Vergangenheit lebt in den Städtischen Museen Zittau – auch dank der historischen Kunstwerke und Kulturgüter, die 2009 umfassend konserviert und restauriert wurden. Dies ist ein sehr zeit- und kostenintensives Metier.

Zittau. Museumsdirektor Dr. Marius Winzeler und Sophia Carduck, Mitarbeiterin der Städtischen Museen Zittau, stehen mit übergestreiften weißen Baumwollhandschuhen im prachtvollen Barocksaal links und rechts neben einem Kabinettschrank aus dem 16. Jahrhundert. Dieses in altem-neuem Glanz erstrahlende Exponat zählt zu den kostbarsten Renaissance-Möbeln in Zittau.

Mit Hilfe von Förderern und Mäzenen konnten die Städtischen Museen Zittau und der Verein Zittauer Fastentücher im vergangenen Jahr für über 65.000 Euro über 20 wertvolle Kunstwerke und Kulturgüter umfassend konservieren und restaurieren. 52.000 Euro davon stammen laut Marius Winzeler aus Spenden.

Der besondere Dank des Museumsdirektors gilt dabei der Sparkasse Oberlausitz/Niederschlesien und der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, dem Ehrenbürger der Stadt Zittau Franz Knippenberg und seiner Frau Renate aus Düsseldorf, einem Privatmann aus Koblenz und der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen.

Die Liste der wichtigsten Rettungen und Restaurierungen reicht neben besagtem Kabinettschrank von der gotischen Wandmalerei eines Jungbrunnens um 1450 über ein Intarsienbild mit Ansicht der Stadt Zittau von Süden um 1740, ein Gedächtnisbild für den Zittauer Barthel Möller 1589 bis hin zum Bildnis des Kurprinzen Friedrich August mit dänischem Elefantenorden 1709. „Wir haben damit auch Aufträge für Restauratoren ausgelöst und somit Arbeit geschaffen“, sagt Marius Winzeler. Zumeist übernehmen das Spezialisten aus Dresden. Die mehr oder weniger beschädigten Kunstwerke und Kulturgüter würden je nach Bedeutung für eine dauerhafte Präsentation an die Reihe kommen.

„Manchmal gibt es aber auch Notfälle, wo wir einfach handeln müssen, damit wir historische Zeugen nicht ganz verlieren“, so Marius Winzeler. Tausende Exponate aus der Vergangenheit müssten laut Museumsdirektor noch konserviert und restauriert werden. Damit sind erhebliche Kosten verbunden. Marius Winzeler rechnet dabei mit finanziellen Ausgaben von über 100.000 Euro. „Wir gehen Schritt für Schritt vor“, sagt er. Die aufgearbeiteten Kunstwerke tragen natürlich ganz erheblich zur Attraktivität der Städtischen Museen Zittau bei.

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