Bischofswerda, Kultur
Lernen mit Helm und Reflektorenweste
von Uwe Menschner – 10.03.2010Zünftig mit Reflektorenweste und Bauhelm begrüßten die „Einweiser“ beim Tag der offenen Tür im Bischofswerdaer Goethe-Gymnasium die Besucher. Schließlich lautete das Motto ja „Lernen auf der Baustelle.“
Bischofswerda. Ganz so, dass die Schüler zwischen umherfliegenden Putzbrocken Mathe und Englisch büffeln müssen, ist es nun aber doch nicht. Schließlich konzentrieren sich die Bauarbeiten im ersten Abschnitt auf den Nordflügel, der bereits zuvor komplett freigelenkt und entkernt wurde. „Viele Bischofswerdaer fragen sich, warum der Nordflügel so radikal ‘abgeräumt’ werden musste“, weiß Schulleiter Bodo Lehnig und gibt auch gleich die Antwort auf diese Frage: „Bei unserem Nordflügel handelt es sich nicht um einen organisch gewachsenen Baukörper, vielmehr wurde er im Laufe der Zeit in verschiedenen Abschnitten zusammengstückelt.“

Neben dem Aspekt der Baustelle standen natürlich auch die „ganz normalen“ Angebote des Gymnasiums im Mittelpunkt – wie hier im Fachbereich Informatik.
Aus statischen Gründen mussten daher die Zwischenwände und Böden komplett herausgenommen werden, um den Nordflügel von Grund auf neu aufbauen zu können. Auch der Dachstuhl erwies sich nach dem Abnehmen des Daches als komplett verbaut. „Durch den Winter hat es einige Verzögerungen gegeben, die jetzt wieder aufgeholt werden müssen“, so Schulleiter Bodo Lehnig. Der Nordflügel wird mit komplett neuen Leitungszügen für den naturwissenschaftlichen Unterricht ausgestattet. „Nach der Sanierung werden wir von der Medienausstattung her eine der modernsten Schulen überhaupt sein“, freut sich der Direktor.
Der Nordflügel beherbergt dann neben der Cafeteria die Fachkabinette für Biologie, Chemie und Physik. Das Dachgeschoss soll für eine mögliche spätere Nutzung vorbereitet werden. Ebenfalls noch zum 1. Bauabschnitt zählt der Umbau des Westflügels, der bis Ende 2010 vollzogen sein soll. Möglich wurde die Generalsanierung des Gymnasiums, deren erstem Abschnitt (2009/10) noch ein zweiter folgen soll (2012/14), durch die Übernahme der Einrichtung durch den Landkreis Bautzen zum Jahresbeginn 2010.
Der Gesamtinvestitionsbedarf für den ersten Bauabschnitt wurde mit sechs Millionen Euro beziffert, wovon 4,3 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung kommen, den Rest übernimmt der Landkreis als Eigenanteil. Für den von 2012 bis 2014 vorgesehenen 2. Bauabschnitt sind sogar neun Millionen Euro vorgesehen, für die der Landkreis mit einer Förderung von circa 4 Millionen Euro rechnet, wie aus der mittelfristigen Finanzplanung des Haushalts hervorgeht. Dieser Abschnitt umfasst den Süd-, Ost- sowie den Hauptflügel.
Auch wenn die Schüler, wie eingangs erwähnt, nicht wirklich auf einer Baustelle lernen müssen, haben die Arbeiten doch organisatorische Auswirkungen auf den Unterricht. So sind die 7. bis 9. Klassen vorerst bis zum Schuljahresende in Form einer Interimslösung in der ehemaligen Grundschule Süd untergebracht.


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