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Rathaus: Bis zum Fest soll der Rohbau stehen

von Tobias Schilling – 5.12.2008

Gut voran geht es derzeit bei der Sanierung des Bischofswerdaer Rathauses. Bis zum Weihnachtsfest soll der Rohbau des Projektes stehen.

Architekt Bernd Thomas vor dem Anbau des Rathauses in der Kamenzer Straße. Der Rohbau soll bis zum 22. Dezember stehen.

Architekt Bernd Thomas vor dem Anbau des Rathauses in der Kamenzer Straße. Der Rohbau soll bis zum 22. Dezember stehen.

Bischofswerda. Dass die Zahl der Tage bis zum Heiligabend rasant abnimmt, das lässt sich derzeit auch gut am Weihnachtskalender ablesen, der an Vorderseite des Bischofswerdaer Rathauses bestaunt werden kann. Auch wenn die eigentliche „Füllung“ des übergroßen Kalenders – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung – derzeit gar nicht an ihrem angestammten Platz zu finden ist: In und um das Gebäude herrscht eine rührige Betriebsamkeit. Derzeit werden unter anderem die Fenster am Rathaus und dem Verbinder erneuert. Der Rohbau in der Kamenzer Straße wächst zunehmend in die Höhe. „Am 22. Dezember soll er fertig sein“, erklärt Architekt Bernd Thomas. Der Bischofswerdaer mit einem Büro in Bretnig-Hauswalde ist mit den Planungen beauftragt. Ein Richtfest ist laut Oberbürgermeister Andreas Erler geplant, ein konkreter Termin steht allerdings noch nicht fest. Immerhin: Es soll eins geben, keine Selbstverständlichkeit in dieser Zeit, wie Architekt Thomas berichtet. „Oft fehlt dafür die Zeit und vor allem das Geld.“

Architekt Bernd Thomas vor dem Anbau des Rathauses in der Kamenzer Straße. Der Rohbau soll bis zum 22. Dezember stehen.

Einen Meilenstein im Bauvorhaben haben die Bauarbeiter in der Vorwoche erreicht: Sie gossen die Stahlbetondecke über dem künftigen Ratssaal. „Dabei galt es eine Spannweite von bis zu 13 Metern zu überwinden“, berichtet Thomas.

„Das war ein recht großer Aufwand.“ Dadurch würde jedoch im Saal selbst viel Platz gespart. Andernfalls hätte man die Decke um etwa 50 Zentimeter abhängen und so den Saal seiner Proportionen berauben müssen. Nun hätte selbst der Ukrainer Leonid Stadnik – mit rund 2,60 Meter der größte Mensch der Welt – keine Probleme, einer Sitzung des Bischofswerdaer Stadtrates beizuwohnen.

Bis die Ratsmitglieder allerdings „ihren“ Saal wieder in Beschlag nehmen können, wird es noch ein wenig dauern. „Die Sanierung soll bis zum Landeserntedankfest im September kommenden Jahres weitgehend abgeschlossen sein“, sagt Thomas. Der komplette Umzug dauere in der Regel etwas länger.

In ihrem neuen alten Domizil werden die Mitarbeiter der Verwaltung auch auf einige historische Farbtupfer stoßen. Diese wurden in einer mehrwöchigen Arbeit von den Restauratoren Jörg und Siegrun Freund aus Doberschau freigelegt und gingen in ein so genanntes Farbkonzept ein. „Im Gebäude dominierten einst helle Grautöne, gepaart mit ein bisschen Rosé und etwas Grün.“ Feine Begleitstriche sorgten in den Sockeln sowie dem Übergang zur Decke für eine optische Trennung. „In begrenztem Umfang wurden auch Ornamente in Bandform gefunden.“ Insgesamt sei das Rathaus in seinen Farben jedoch sehr zurückhaltend gestaltet gewesen.

Keine Zurückhaltung mussten die Bauarbeiter und Planer beim Zeitplan vornehmen. Thomas: „Wir liegen voll im Plan, das betrifft auch die Kosten der Sanierung.“ Nach der Fertigstellung des Rohbaus werden sich die Bauarbeiter dem Innenausbau des Rathauses widmen. Hier müssen unter anderem die alten Türen, die knarrenden Fußböden, die Elektroverkabelung und die Datenleitungen erneuert werden. Damit die Arbeiten auch bei Minusgraden fortgeführt werden können, wird demnächst eine kleine Bauheizung installiert.

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