Bischofswerda, Nachrichten

Breiter Konsens für Jens Kraußes Kandidatur

von Uwe Menschner – 29.01.2010

Überzeugender kann ein Votum nicht ausfallen: Jeweils einstimmig haben SPD, Die Linke, Grüne und Bürger für Bischofswerda Jens Krauße als Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl am 28. Februar nominiert.

Bischofswerda. Gemeinsam mit den Grünen reichen diese politischen Kräfte nunmehr einen „gemeinsamen Wahlvorschlag“ ein. „Dies bedeutet, dass alle vier Einreicher mit allen Konsequenzen zu ihrem Wahlvorschlag stehen“, erklärt Ilko Kessler, Vorsitzender des SPD-Regionalverbandes Bischofswerda.

Stefan Läsker (links) und die Bürger für Bischofswerda unterstützen ebenso wie SPD, Grüne und Die Linke die Oberbürgermeisterkandidatur von Jens Krauße.

Stefan Läsker (links) und die Bürger für Bischofswerda unterstützen ebenso wie SPD, Grüne und Die Linke die Oberbürgermeisterkandidatur von Jens Krauße.

Der Kandidat Jens Krauße indessen hat auf den jeweiligen Nominierungs- veranstaltungen seine politischen Ziele für den Fall, dass er zum Oberbürgermeister gewählt wird, dargelegt. Im Mittelpunkt steht dabei die Stärkung der zentralen Funktion Bischofswerdas für sein Umland. „Die bisherigen Pläne für das neue Bürgerbüro gehen mir nicht weit genug“, betont er. Bischofswerda müsse mehr zentrale Funktionen für die Region wahrnehmen mit dem perspektivischen Ziel, wieder als „Mittelzentrum“ anerkannt zu werden.

Dies freilich ist vom Erfüllen anspruchsvoller Voraussetzungen abhängig. „Wir brauchen dafür mindestens 20.000 Einwohner“, weiß Jens Krauße und ist sich darüber im Klaren, dass es dafür neuer Eingemeindungen bedarf. Dass es zu diesen kommen muss, ist für ihn ohnehin klar: „Dazu zwingt schon die finanzielle Situation der Kommunen, die sich für die Jahre 2011 und 2012 ankündigt.“

Leider habe es die Stadt Bischofswerda versäumt, die ländliche Region ringsherum „zusammenzuhalten“, bedauert Jens Krauße, der selbst seit vielen Jahren als Bürgermeister die Geschicke der Gemeinde Großharthau lenkt. So teilten sich die Gemeinden des Altkreises auf drei verschiedene ILE-Regionen auf: „Diesen Prozess hat Bischofswerda schlichtweg verschlafen“, meint Krauße. Oberbürgermeister Andreas Erler wirft er in diesem Zusammenhang „Führungsschwäche gegenüber dem Umland“ vor.

Ein weiteres Schwerpunktthema, das der Kandidat auch in Großharthau erfolgreich betreibt, ist die alternative Energieerzeugung. „Ich bin ein Solar-Freak“, verrät er schmunzelnd und fügt hinzu: „Immer wenn ich unterwegs bin, halte ich nach Dächern Ausschau auf denen man Solaranlagen montieren könnte.“ In Großharthau sei ein Großteil der kommunalen Dächer in Südlage an Solarfirmen vermietet, „was durchaus zu Einnahmen führt“, wie Jens Krauße betont. Darüberhinaus wolle sich die Gemeinde am „European Energy Award“ beteiligen. „Auch diese Entwicklung“, stellt Krauße fest, „ist bisher an Bischofswerda komplett vorbei gegangen.“

Weiterhin will sich der Herausforderer des aktuellen OB für die Abschaffung der Sondernutzungssatzung für den Altmarkt einsetzen, da diese „die Händler unnötigen Repressalien aussetzt.“ Die Straßenbaubeiträge sollen auf ein erträgliches Maß abgesenkt, Ausschankgebühren für Vereinsfeste gestrichen werden.

Skeptisch betrachtet Jens Krauße die Pläne, das frühere SABRA-Gelände in der Südstadt in ein „Kalter-Krieg-Museum“ umzuwandeln. „Ich glaube nicht, dass diese Pläne finanzierbar sind“, meint er.

Überhaupt will Jens Krauße nicht zu viel versprechen: „Wir gehen auf eine finanziell äußerst schwierige Zeit zu, in der die Haushaltsstabilität an erster Stelle stehen muss“, betont er.

Am 10. Februar werden sich beide Kandidaten – Andreas Erler und Jens Krauße – im kleinen Saal des Kulturhauses einer Podiumsdiskussion stellen.

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