Löbau, Sport

Endlich wieder vor die Fans gerutscht

von Steffen Linke – 24.01.2010

So seh’n Sieger aus! Nach einer völlig blamablen Saison 2008/2009 in der Kreisliga des Oberlausitzer Fußballverbandes e.V. mit null Pünktchen und über 150 eingeschenkten Toren („Oberlausitzer Kurier“ berichtete) fanden die Kicker des TSV Herwigsdorf 1891 in der 1. Kreisklasse wieder in die Erfolgsspur zurück. Zumindest zeitweise.

Von links nach rechts: Trainer Dirk Kahlert, Stürmer Ronny Hohlfeld und Coach Thomas Grafe hoffen auf eine erfolgreiche zweite Halbserie.

Von links nach rechts: Trainer Dirk Kahlert, Stürmer Ronny Hohlfeld und Coach Thomas Grafe hoffen auf eine erfolgreiche zweite Halbserie.

Herwigsdorf. Was war das für ein Auftakt für den Absteiger in der neuen Meisterschaft! Im ersten Punktspiel fegten die so lange erfolglosen Herwigsdorfer Fußballer die zweite Mannschaft des ESV Lok Zittau mit sage und schreibe 7:3 vom Platz. Nach 14 Minuten stand es schon 2:0. Nach den 90 Minuten rutschten die Kicker von Trainer Dirk Kahlert fast geschlossen im Klinsmann-Stil jubelnd in Richtung Fans.

„Das haben wir über ein Jahr nicht mehr machen können. Nach dem Spiel feierten wir noch bei ein paar Bierchen feucht-fröhlich mit unseren Anhängern zusammen“, so Stürmer Ronny Hohlfeld. Es sei endlich mal wieder ein Erfolgserlebnis nach über einem Jahr gewesen. Denn in der Fußball-Kreisliga war der TSV Herwigsdorf 1891 für die Gegner nur Kanonenfutter. Der abgeschlagene Tabellenletzte hätte aber sogar in der Spielklasse drin bleiben können, da die Reserve von Großschweidnitz zurückzog. „Wir haben circa eine halbe Stunde darüber nachgedacht. Wir hatten uns einfach sportlich nicht dafür qualifiziert. So ließen wir uns vom Niveau her leiten“, sagt Trainer Dirk Kahlert.

In der Vorbereitung konnte der Coach nach der langen Niederlagenserie überhaupt nicht richtig einschätzen, wo die Mannschaft sportlich steht. Die Zielstellung lief anfänglich auf einen einstelligen Tabellenplatz hinaus. Der besagte glorreiche Auftaktsieg in den neuen Gefilden steigerte natürlich das Selbstbewusstsein der Truppe. Im weiteren Verlauf der Meisterschaft folgten aber statt Siege meist nur Unentschieden. Und Remis kommen bei der Drei-Punkte-Regel im Fußball fast Niederlagen gleich. Die Fans honorierten aber die Leistungen nicht nur bei den Heim-, sondern auch bei den Auswärtsspielen. Mitte Oktober stieg dann mit Thomas Grafe ein weiterer Trainer beim TSV Herwigsdorf 1891 ein. Das Duo harmoniert sehr gut, meinen die Spieler. Denn Gegensätze ziehen sich an. Während Dirk Kahlert emotional lautstark seine Mannschaft an der Seitenauslinie antreibt, ist Thomas Grafe eher mehr der „stille Beobachter“.

In weiteren Punkten zahlte sich die Zusammenarbeit der beiden Übungsleiter aber noch nicht groß aus. Denn die Bilanz sieht nach Abschluss der ersten Halbserie eher durchwachsen aus. Der TSV Herwigsdorf 1891 steht nach 15 Spieltagen mit 18 Punkten und 34:39 Toren auf dem elften Tabellenplatz. „Hinten hinaus plagten uns viele Verletzungssorgen. Die Ausfälle konnten wir nicht kompensieren“, so Dirk Kahlert.

Die Mannschaft will nach einer ordentlichen Vorbereitung in der zweiten Halbserie wieder richtig angreifen. Zum Auftakt gegen Lok Zittau II. soll nach Möglichkeit gleich ein Sieg herausspringen. „Die fegen wir weg“, meint Ronny Hohlfeld. Die Zielstellung sei schon auf einen Platz unter den ersten fünf Mannschaften in der Tabelle korrigiert worden, so Dirk Kahlert.

Irgendwann will das Team wieder in die Kreisliga aufsteigen. „Wir müssen jetzt erst einmal einen richtigen Kader aufbauen. In den nächsten fünf Jahren ist mit uns aber zu rechnen, wenn wir so weiter wie bisher arbeiten“, blickt der Trainer voraus. Dann soll der TSV Herwigsdorf 1891 nicht nur wieder Kanonenfutter sein.

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  1. Die Kicker bezogen durchweg ,Prügel’

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