Bautzen, Bischofswerda, Nachrichten

„Neues“ Rittergut hat Gestalt angenommen

von Uwe Menschner – 2.02.2010

In das Neukircher Rittergut ist Leben eingezogen. In dem zum Mehrgenerationenhof umgebauten Gebäude Hauptstraße 62a haben das Deutsche Rote Kreuz, die Valtenberg-Apotheke, die Gemeindebibliothek sowie der Mehrgenerationenhof Neukirch e.V. ihre Arbeit aufgenommen, auf der Hauptstraße 62 will das Naturschutzzentrum „Oberlausitzer Bergland“ ein deutsch-tschechisches Begegnungszentrum für die Umweltbildung einrichten.

Blick auf den Innenhof des Rittegutes: Links die Festscheune, rechts das Gebäude Hauptstraße 62, in dem das Naturschutzzentrum „Oberlausitzer Bergland“ sitzt.

Blick auf den Innenhof des Rittegutes: Links die Festscheune, rechts das Gebäude Hauptstraße 62, in dem das Naturschutzzentrum „Oberlausitzer Bergland“ sitzt.

Neukirch. „So ungefähr haben wir uns das damals vorgestellt, als wir die Grundsatzentscheidung zur Sanierung des Rittergutes trafen“, freut sich der Neukircher Bürgermeister Gottfried Krause (CDU).

Ein Gemeindezentrum mit vielfältigen Angeboten für alle Generationen sollte hier, so ziemlich in der Mitte des lang gestreckten Ortes, entstehen. In mehreren Teilschritten hat die Revitalisierung des zu DDR-Zeiten von der LPG genutzten Geländes Gestalt angenommen, wenngleich manches länger dauerte als ursprünglich geplant und auch noch nicht alle Blütenträume gereift sind.

Ausgangspunkt für den im November 2002 gefassten Gemeinderatsbeschluss war das Bestreben, Ersatz für den früheren Festplatz mit der Festhalle an der „Oberland“-Kreuzung zu schaffen.

Dieses Areal liegt außerhalb des Stadtsanierungsgebietes, wir hätten die dringend erforderliche Sanierung des Festplatzes also ohne Fördermittel vornehmen müssen“, blickt der Bürgermeister noch einmal auf die damalige Motivation zurück. Im Rittergut hingegen konnte man auf eine Bezuschussung von bis zu zwei Dritteln durch den Freistaat Sachsen setzen.

Der Neukircher Bürgermeister Gottfried Krause zeigt die Pläne für das umgebaute Gebäude Hauptstraße 62a im Rittergut, die mittlerweile verwirklicht worden sind.

Der Neukircher Bürgermeister Gottfried Krause zeigt die Pläne für das umgebaute Gebäude Hauptstraße 62a im Rittergut, die mittlerweile verwirklicht worden sind.

2003 lobte die Gemeinde Neukirch einen Ideenwettbewerb unter Studenten der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden zur Gestaltung des Rittergutes aus, dessen Ergebnisse in die entsprechende Konzeption einflossen. Im Mai 2005 fiel dann der Beschluss, den 1. Bauabschnitt für die Sanierung der Scheune – dem dritten großen Gebäude des Komplexes – in Angriff zu nehmen. „Dabei handelte es sich zunächst um die Sanierung des Untergeschosses, die Ende 2006 abgeschlossen werden konnte“, blickt Bürgermeister Gottfried Krause zurück. Dieses dient seitdem als Ort für vielfältige Veranstaltungen, so unter anderem für den Neukircher Weihnachtsmarkt.

Im Juni 2008 konnte dann die Sanierung des Gebäudes Hauptstraße 62a in Angriff genommen und im September 2009 abgeschlossen werden. Hier befindet sich nunmehr mit der DRK-Sozialstation, der Valtenberg-Apotheke und der Gemeindebibliothek ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt ganz im Sinne der Bezeichnung „Mehrgenerationenhof.“ Zahlreiche seitdem durchgeführte Veranstaltungen fanden eine gute Resonanz bei den Neukirchern und ihren Gästen. Nutzung und Ausbau des Gebäudes Hauptstraße 62 laufen unter der Regie des Naturschutzzentrum „Oberlausitzer Bergland“ e.V., der hier bis zum Frühjahr ein Deutsch-Tschechisches Begegnungszentrum für Naturschutz und Umweltbildung etablieren möchte. Die dafür erforderlichen Umbauarbeiten laufen derzeit.

Das Gebäude Hauptstraße 62a etabliert sich als Mehrgenerationenhof mit Bibliothek, Valtenberg-Apotheke und DRK-Sozialstation.

Das Gebäude Hauptstraße 62a etabliert sich als Mehrgenerationenhof mit Bibliothek, Valtenberg-Apotheke und DRK-Sozialstation.

Was aber ist nun aus dem Festplatz, dem ursprünglichen „Antrieb“ für den Ausbau des Rittergutes, geworden? „Auch hier befinden wir uns jetzt auf einem guten Weg“, erklärt Bürgermeister Gottfried Krause, der sich in dieser Hinsicht in einer „Bringepflicht“ gegenüber der Neukircher Bevölkerung sieht und dem Festplatz „oberste Priorität“ einräumt. „Der seit längerem angedachte Flächentausch mit der Bodenverwertungs- und Verwaltungsgesellschaft des Bundes (BVVG) sowie der Agrargenossenschaft hat mittlerweile stattgefunden, sodass wir eine große zusammenhängende Fläche für den Festplatz zur Verfügung haben.“ Allerdings hänge alles Weitere von einem ausgeglichenen und bestätigten Haushalt ab, den Neukirch derzeit noch nicht vorweisen könne. Auf Eis liegt derzeit auch der Ausbau des Obergeschosses in der Scheune (2. Bauabschnitt). Hier sollen nach den vorhandenen Planungen Räume für die Vereinsarbeit entstehen. Optionen bestehen weiterhin für das weitgehend brach liegende frühere LPG-Gelände nördlich des Rittergutes, die aber derzeit aufgrund der relativ angespannten finanziellen Situation nicht gezogen werden können. „Wir behalten diese Flächen aber für eine mögliche Erweiterung unseres Ortszentrums in der Hinterhand“, versichert der Neukircher Bürgermeister.

Insgesamt investiert die Gemeinde in die Teilobjekte Hauptstraße 62a und Festscheune circa 2 Millionen Euro, wovon 1,45 Millionen Euro als Förderung zufließen (in diesen Zahlen sind die Kosten für den noch nicht in Angriff genommenen 2. Bauabschnitt der Festscheune bereits enthalten).

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