Görlitz, Kultur, Niesky

Holocaust-Gedenken in Rothenburg

von Redaktion – 5.02.2010

Berge kommen nicht zusammen, aber Menschen – lautet eine jiddische Weisheit. Und so folgten am Mittwoch vergangener Woche über 70 Gäste der Einladung in die evangelische Stadtkirche Rothenburg anlässlich des „Internationalen Holocaust-Gedenktages“.

Rothenburg. Herangeführt an die jüdische Kultur wurden die Besucher von dem Musik-Trio um Valeriya Shishkova, einer jiddischen Band aus Dresden. Mit leisen, melancholischen Tönen, aber auch lauter und heiterer Musik mit Klavier, Klarinette und Gesang begann der erste Teil des Abends unter dem Motto „Ajn tail vun dir – ajn tail vun mir – eine Hälfte von Dir – Eine Hälfte von mir“.

Neben dem Gesang bewegten die Erinnerung von Pfarrer Leue i.R. an seine Kindheit in Breslau. Er schaute zurück auf seine Begegnungen mit der jüdischen Kultur und Religion sowie dem aufkommenden Antisemitismus und die Zeit bis 1945. Abgerundet wurde dieser Einblick in die jüdische Religion mit Challa (jüdischer Hefezopf) und Früchten, als traditionellen Speisen zum Sabbat.

Bei kalten Temperaturen beging man im Anschluss gemeinsam den „Geh-denk-Weg“ in den Martinshof Rothenburg. Der Denkort erinnert an 700 jüdische Menschen, die 1941/42 in einem Durchgangslager im Martinshof untergebracht waren, bevor sie später in die Konzentrationslager Auschwitz und Theresienstadt gebracht wurden. Außerdem an die über 100 Bewohner, die im Rahmen des Euthanasieprogrammes den Nationalsozialisten zum Opfer fielen.

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