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Stadthallensanierung: Silberstreif am Horizont

von Redaktion – 4.02.2010

Lange Zeit war sie geschlossen, nun soll die letzte Chance zur Revitalisierung der Stadthalle genutzt werden. Der Görlitzer Stadtrat verabschiedete dazu einen die Sanierung des Hauses betreffenden Grundsatzbeschluss.

Görlitz. Für die Görlitzer Stadthalle gibt es einen Silberstreif am Horizont: Der Stadtrat hat auf seiner jüngsten Sitzung den Grundsatzbeschluss gefasst, einen ersten Bauabschnitt zur Sanierung des Gebäudes in Angriff zu nehmen. „Dabei handelt es sich um die Nutzbarmachung des großen und des kleinen Saals für öffentliche Veranstaltungen“, erklärt der für Bauangelegenheiten zuständige Bürgermeister Dr. Michael Wieler. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf circa 21 Millionen Euro, wovon die Stadt einen Eigenanteil in Höhe von 4,4 Millionen Euro aufbringen muss, den sie aus dem Neißefonds entnehmen will.

Für die seit mehreren Jahren geschlossene Görlitzer Stadthalle (hier ein Blick in den großen Saal) zeichnet sich ein Silberstreif am Horizont ab. Allerdings ist die geplante Sanierung noch mit Unwägbarkeiten verbunden. Foto: Archiv

Den „Rest“betrag hat der Freistaat Sachsen als Fördermittel über das europäische EFRE-Programm in Aussicht gestellt. „Diese Zusage ist allerdings an Bedingungen geknüpft“, erklärt der Görlitzer Oberbürgermeister Joachim Paulick. So müsse die Stadt nachweisen, dass sie den Betrieb der Stadthalle aus eigener Kraft langfristig stemmen kann, wofür jährlich circa 315.000 Euro erforderlich sind. „Da der Landkreis zugesagt hat, Veranstaltungen im Gegenwert von etwa 80.000 Euro in der Stadthalle durchzuführen, verbleibt noch ein Betrag von 234.000 Euro“, ergänzt Bürgermeister Dr. Michael Wieler.

Angesichts der erforderlichen Haushaltskonsolidierung in Höhe von circa 21 Millionen Euro bis zum Jahre 2013, wovon bislang rund 12,5 Millionen Euro mit konkreten Maßnahmen untersetzt sind, stelle dies einen „gewaltigen Kraftakt“ dar. „Es handelt sich aber um die vermutlich letzte Chance, in Sachen Stadthalle noch etwas zu bewegen. Deshalb ist die Beschlussfassung so wichtig“, appellierte Dr. Wieler vor der Abstimmung an die Abgeordneten. Diese vertraten in der überwiegenden Mehrheit keine andere Auffassung als der Bürgermeister.

Angesichts der kurz zuvor offenbar gewordenen Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich der Haushaltskonsolidierung hatten sich allerdings bei einigen Stadträten Zweifel eingeschlichen, ob der vorgesehene Weg gangbar sei. Mit dem jetzt auf den Weg gebrachten ersten Bauabschnitt verfolgt die Stadt Görlitz die Absicht, die Stadthalle wieder öffentlich bespielbar zu machen. „Dazu gehören neben der Nutzbarmachung der beiden Säle die Erneuerung der Haustechnik, der Zugangsbrücke sowie des Daches. Wir reden noch nicht über die Gestaltung des Umfeldes oder die Ausstattung mit moderner Konferenztechnik“, so Dr. Wieler.

Auch die Zeitachse stellt sich als eher großzügig dar: So soll 2011 der Planungsbeschluss, 2012 der Baubeschluss gefasst werden. Als Fertigstellungstermin kommt aus jetziger Sicht der Sommer 2014 in Betracht. „Dies ergibt sich aus den Ausschreibungsmodalitäten“, erläutert der Baubürgermeister. Dr. Wieler räumt überdies ein, dass die geplante Sanierung noch mit Unwägbarkeiten behaftet ist und nennt als Beispiel die Tragfähigkeit der Böden.

Mit dem jetzt vorgesehenen Modell der Betreibung durch die Kommune vollzieht die Stadt Görlitz einen absoluten Wechsel in ihren Ansichten, galt doch bislang immer ein zuschussfreier Betrieb durch einen Dritten als Voraussetzung für die Sanierung. „Dies erwies sich im Zuge des Ausschreibungsverfahrens jedoch als nicht realisierbar“, so Dr. Michael Wieler. Die Stadt Görlitz sei zwar weiterhin für mögliche Interessenten offen, gehe jedoch davon aus, dass die Betreibung durch sie selbst oder eine von ihr beherrschte Gesellschaft erfolgen werde.

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