Kalender liegen in den letzten Zügen

Auch dieser Steckkalender um 1950 ist in der Sonderausstellung zu sehen. Foto: privat
Herrnhut. Im Heimatmuseum der Stadt Herrnhut ist nur noch bis 30. März die Sonderausstellung „TT.MM.JJJJ – Kalender aus sechs Jahrhunderten“ zu sehen. Dazu heißt es: „Unser Leben ist ein auf eine bestimmte Zeitspanne angelegtes Dasein. Schon seit der frühen Menschheitsgeschichte versuchen wir deshalb, diese Zeit zu messen und in bestimmten Maß- und Regelsystemen wiederzugeben. Der populärste Zeitmesser dabei ist sicher die Uhr, ihr meist etwas unscheinbarer Komplize wiederum ist der Kalender. Und um diesen alltäglichen Begleiter geht es in der Ausstellung im Herrnhuter Heimatmuseum.“
Und weiter: „Schon in der Steinzeit orientierte sich der Mensch an jahreszeitlichen und astronomischen Beobachtungen. Bald erkannte man an wiederkehrenden Phänomenen wie der Sonnenwende oder der Tag-Nacht-Gleiche bestimmte Regelmäßigkeiten im Jahreslauf. Aus den frühen Hochkulturen Ägyptens und Mesopotamiens stammen die ältesten noch heute bekannten Kalender. Vor rund 3000 Jahren entwickelten die Babylonier den bis heute gebräuchlichen siebentägigen Wochenzyklus.“
Der Titel dieser Ausstellung „TT.MM.JJJJ“ weist auf die – neben der Woche – drei wesentlichen Komponenten unserer Zeitrechnung hin: Tag, Monat und Jahr. Alle drei beziehen sich auf bestimmte astronomische Vorgänge im Zusammenspiel von Sonne, Mond und Erde. In der Darstellung dieser Zeitläufe war der Mensch seit jeher sehr kreativ und erfindungsreich. So entstanden über die Jahrhunderte verschiedene Arten von Kalendern.
Die Ausstellung zeigt ein breites Spektrum von Wand-, Taschen- und Buchkalendern, aber auch eine Reihe von ungewöhnlichen und kuriosen Kalendern. Als Beispiel seien winzige Uhrenarmbandkalender, Osterkalender, die Replik eines NVA-Bandmaßkalenders, ein Zwiebelkalender oder auch eine Kalendermedaille von 1767 genannt. Hinzu kommt eine Reihe von ethnographischen Kalendern – unter anderem aus Alaska, Mexiko, Indien und Australien. Insgesamt sind in der Ausstellung 178 verschiedene Kalender zu sehen. Zum Wesen der meisten Kalender gehört, dass sie im Laufe ihrer Gebrauchszeit geradezu zerstört werden – zum Beispiel Abreiß- oder Adventskalender. Außerdem haben Kalender als profaner Gebrauchsgegenstand keinen hohen Sammlerwert, weshalb die allermeisten Kalender nicht aufgehoben wurden. Deshalb waren für diese Ausstellung vielfältige Leihgaben aus verschiedenen Sammlungen nötig.
Die Öffnungszeiten des Heimatmuseums – Dienstag bis Freitag von 9.00 bis 17.00 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 10.00 bis 12.00 und 13.00 bis 17.00 Uhr