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Zeitreisen in Goldene 20er-Jahre und alte Heimat

Zeitreisen in Goldene 20er-Jahre und alte Heimat

Marco Linke in „Der Vorname“, rechts Michaela Schaffrath Foto: Boulevardtheater Bremen

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Yonathan Ghebretensae (links) und Marco Linke: Foto: Marco Linke

Marco Linke singt am Samstag, dem 12. April, 20.00 Uhr, bei seinem Programm „Kein Schwein ruft mich an“ im Filmtheater Ebersbach Lieder von den Comedian Harmonists bis Max Raabe. Der Bremer Schauspieler und Sänger kommt aber ohnehin immer wieder gerne in die Region, in der er vielen familiären Wurzeln nachspüren kann.

Ebersbach. Die Comedian Harmonists wurden bekannt mit Liedern wie „Mein kleiner, grüner Kaktus“ oder „Wochenend und Sonnenschein“, glänzten als Ikone der goldenen 20er-Jahre und sorgen noch heute für unvergessene Ohrwürmer. Ihr großer Einfluss auf die deutsche Musikwelt wirkt bis heute nach und wird von vielen Künstlern wie zum Beispiel Max Raabe in eigenen Kompositionen am Leben gehalten. Ein Wiederhören mit Evergreens wie „Ein Freund, ein guter Freund“, aber auch mit neuen Klassikern wie dem allseits bekannten „Kein Schwein ruft mich an“ oder „Guten Tag, liebes Glück“ gibt es nun in Ebersbach. Marco Linke schlägt hier nun die Brücke zwischen alt und neu. Ein Herr im Frack, ein stimmungsvolles Klavier und ein musikalisches, feinhumoriges unterhaltsames Programm warten auf die Besucher. 

Was macht für Sie den Reiz der Musik aus den 20er- und 30er-Jahren aus und wie kam es dazu dass Sie sich Klassikern der Comedian Harmonists, aber auch Neuschöpfungen von Max Raabe im Stile dieser Zeit angenommen haben?

Marco Linke: Ende der 90er-Jahre gab es einen deutschen Kinofilm über die Comedian Harmonists. Sechs junge Männer in Frack, diese tollen Stimmen und der Charme der goldenen Zwanziger. Das hat mich sofort fasziniert! Damals habe ich mir den Soundtrack zum Film und folgend auch meine ersten CDs gekauft. Heute besitze ich ein eigenes Grammophon und Schellack-Schallplatten von damals und habe sehr akribisch die Geschichte der Comedian Harmonists erforscht. Irgendwann erwuchs dann der Wunsch des ausgebildeten Sängers in mir, es selbst einmal zu versuchen. Diese Musik verbreitet einfach immer gute Laune. Sie ist beschwingt und die Texte sind in der Regel sehr lustig. Wer kennt nicht „Mein kleiner, grüner Kaktus“ oder „Veronika, der Lenz ist da“?! Diese Musik ist zeitlos. Und gerade Max Raabe ist der lebende Beweis dafür.

Bleibt diese Programm ein einmaliger Ausflug in die Zwischenkriegszeit oder wie geht es musikalisch bei Ihnen weiter?

Marco Linke: Auf keinen Fall! Gemeinsam mit meinem Pianisten, Yonathan Ghebretensae, führen wir unseren Liederabend bereits seit 2023 auf. Wir sind schon durch ganz Deutschland getourt. Im letzten Jahr waren wir unter anderem zweimal in Zittau zu Gast. Neben meinem Beruf als Schauspieler, Regisseur und Bühnenautor finde ich zum Glück immer wieder Zeit für unsere Konzerte.

Sie leben in Bremen, aber es hieß, der Auftritt in der Oberlausitz ist für Sie auch eine persönliche Zeitreise, wieso das?

Marco Linke: Als die Anfrage vom Kino Ebersbach kam, habe ich mich wirklich sehr gefreut. Tatsächlich liegt die Wiege meiner Familie in diesem Landstrich. Mein Urgroßvater ist in Wiesenthal (Louèné) geboren. Viele Vorfahren lebten in Georgswalde (Jiøíkov), Philippsdorf (Filipov), Neugersdorf und um zu (Anm.: „um zu“ meint im Bremer Raum: „im Umland von...“). Sie waren in der hiesigen Textilindustrie tätig. Auch hierüber habe ich Nachforschungen angestellt.

Was haben Sie denn bereits alles herausfinden können und was steht bei der Suche vielleicht noch an?

Marco Linke: Ich war bei meiner Forschung wirklich sehr überrascht, wie viel man heute noch herausfinden kann. Allerdings bleiben manche Dinge auch im Dunkeln. Meines Wissens leben noch heute viele Familien mit dem Namen Linke in der Region (lacht). Sollte einer der Leser einen Vorfahren mit dem Namen Hyronimus Linke haben, bitte unbedingt melden: Vielleicht sind wir verwandt.

Bleibt dabei auch immer noch etwas Zeit, auch die Landschaft zu genießen und den Schluckenauer Zipfel z.B. auch über das Wandern zu erschließen?

Marco Linke: Vor einigen Jahren habe ich im Zuge meiner Forschung den Schluckenauer Zipfel erkundet und durfte diesen wunderschönen Landstrich etwas genauer kennenlernen. Dieses Mal ist aber leider keine Zeit. Da ist alle Konzentration auf unserem Konzert. Wir freuen uns schon sehr!

Das Interview mit Marco Linke führte Till Scholtz-Knobloch. Karten für diese Veranstaltung gibt es an der Kinokasse und ebenso über die Internetseite des Filmtheaters Ebersbach unter www.kino-ebersbach.de.

Till Scholtz-Knobloch / 05.04.2025

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